Definition und Einordnung
Ein Neutral Vendor (auch Managed Service Provider genannt) ist ein anbieterunabhängiger Vermittler, der über digitale Technologien verschiedene Zeitarbeitsfirmen mit dem Kunden vernetzt. Weil das Modell alle Beteiligten verbindet, spricht man von Mehr-Seiten-Management. Statt eines Hauptlieferanten stellt der Neutral Vendor ein großes, dezentrales und digitales Netzwerk bereit, aus dem sich der Kunde selbst passende Arbeitskräfte aussucht.
Abgrenzung zum Master Vendor und On-Site-Management
Der Master Vendor ist Hauptlieferant und bezieht Kräfte zunächst aus dem eigenen Pool, bei Bedarf ergänzt durch Co-Lieferanten. Beim Master-Vendor-Modell steht die personelle und physische Verbindung im Vordergrund – etwa durch On-Site-Management, bei dem ein Mitarbeiter des Dienstleisters vor Ort die Planung und Kontrolle übernimmt. Der Neutral Vendor hat dagegen keinen Hauptlieferanten: Über ein digital gestütztes, dezentrales System wählt der Kunde selbst aus einem breiten Pool.
Welche Vorteile bietet das Neutral-Vendor-Modell?
Der zentrale Vorteil ist die namensgebende Neutralität: Da der Neutral Vendor an keine bestimmte Zeitarbeitsfirma gebunden ist, kann der Kunde aus einer großen Auswahl die am besten passenden Kräfte bestimmen – auch für komplexere Anforderungen. Weil der Neutral Vendor die vollständige Kontrolle und Steuerung des Beschaffungsprozesses übernimmt, spart der Kunde erheblich Verwaltungsaufwand. Das digitale, regionsübergreifende Netzwerk erweitert den Recruiting-Pool und macht die Besetzung flexibler, weil Kräfte mit speziellen Qualifikationen gezielt vermittelt werden können.