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Verwaltung · Systeme

Externes Personal fällt zwischen die Systeme, die Sie bereits haben

Kurz gesagt

Ein HR-System ist um ein Arbeitsverhältnis gebaut, ein Einkaufssystem um eine Lieferung. Überlassenes Personal ist beides nicht — deshalb bleibt seine Steuerung in Tabellen und Mailverläufen hängen, obwohl beide Systeme eingeführt sind und funktionieren.

Key Takeaways
  • Beim überlassenen Personal besteht der Arbeitsvertrag mit dem Dienstleister, nicht mit Ihnen. Das HR-Datenmodell trifft den Fall nicht.
  • Bezahlt wird ein Unternehmen per Rechnung, nicht eine Person per Payroll — dafür ist ein HR-System nicht ausgelegt.
  • Ihre Dienstleister sind in einem Innensystem kein vorgesehener Nutzer. Jeder Prozessschritt endet an der Systemgrenze.
  • Im Einkauf ist der Gegenstand keine Lieferung mit Termin und Menge, sondern der laufende Einsatz einer Person. Eine Bestellnummer trägt das nicht.
  • Führendes Objekt muss der Einsatz sein — nicht der Personalstammsatz und nicht die Bestellung.

Sie haben ein HR-System für Ihre Belegschaft und ein Einkaufssystem für Waren und Leistungen. Beide sind eingeführt, beide funktionieren. Trotzdem läuft die Steuerung Ihrer externen Kräfte weiterhin über Tabellen, Mailverläufe und Zuruf. Das liegt nicht an fehlender Disziplin. Es liegt daran, dass externes Personal in keinem der beiden Systeme zu Hause ist.

Warum das HR-System nicht greift

Ein HR-System ist um ein Arbeitsverhältnis herum gebaut. Eintritt, Vertrag, Stelle, Entgelt, Entwicklung, Austritt — dieses Datenmodell trägt Ihre Belegschaft zuverlässig. Beim überlassenen Personal existiert dieses Arbeitsverhältnis zu Ihnen aber gerade nicht. Der Arbeitsvertrag besteht zwischen der Person und dem Personaldienstleister, Ihnen gegenüber besteht ein Überlassungsverhältnis. Sie weisen an, Sie tragen Arbeitsschutz und Unterweisung — Sie beschäftigen nicht. Ein System, das nur die eine Vertragswelt kennt, bildet die andere bestenfalls als Sonderfall ab.

Was daraus praktisch folgt:

  • Der Datensatz ist das Ergebnis, nicht der Prozess. Externe Kräfte lassen sich im HR-System führen, damit sie in Orgstruktur, Berechtigungen und Auswertungen erscheinen. Das ist sinnvoll — aber alles, was den Einsatz überhaupt erzeugt, liegt davor: Bedarf melden, mehrere Dienstleister anfragen, Angebote und Sätze vergleichen, beauftragen, den Überlassungsvertrag schließen und vor Einsatzbeginn konkretisieren. Und alles, was ihn abrechenbar macht, liegt danach: Zeiten erfassen, Leistungsnachweise freigeben, Abweichungen klären, abrechnen. Das HR-System sieht die Person, sobald die Entscheidungen bereits gefallen sind.
  • Der Zahlungsfluss läuft nicht über die Personalabrechnung. Bezahlt wird nicht eine Person über Payroll, sondern ein Unternehmen über eine Rechnung — auf Basis von Stundensätzen, Zuschlägen, Rahmenverträgen und Konditionen, die pro Dienstleister unterschiedlich sind. Dafür ist ein HR-System nicht ausgelegt, und es wird auch nicht dafür lizenziert.
  • Ihre Dienstleister haben dort keinen Platz. Ein HR-System ist ein Innensystem: lizenziert pro eigenem Mitarbeiter, Zugriff für die eigene Organisation. Der Disponent Ihres Dienstleisters, der die Person stellt, die Zeiten korrigiert und die Rechnung schreibt, ist darin kein vorgesehener Nutzer. Solange er außen steht, endet jeder Prozessschritt an der Systemgrenze und wird per Mail und Tabelle nachgebaut. Genau dort entstehen die Fehler, die Sie später in der Rechnungsprüfung suchen.
  • Die Fristen zählen anders, als das System zählt. Die Höchstüberlassungsdauer wird bezogen auf Ihr Unternehmen und die einzelne Person berechnet — Einsätze über verschiedene Dienstleister hinweg werden zusammengerechnet, Unterbrechungen wirken nur ab einer bestimmten Länge. Ein System, das nur die Einsätze kennt, die jemand dort erfasst hat, kann diese Rechnung nicht führen. Die Frist läuft trotzdem.
  • Fluktuation ist bei Ihnen der Normalfall, im HR-System die Ausnahme. Ein- und Austritte sind dort ein bewusster, mehrstufiger Vorgang. In der Überlassung starten und enden Einsätze wöchentlich, in Spitzenzeiten täglich, teils kurzfristig und mit Nachbesetzung am selben Tag. Ein Prozess, der pro Vorgang mehrere Freigaben braucht, wird in diesem Takt umgangen — und ab da stimmen die Daten nicht mehr.
  • Personenbezogene Daten Dritter gehören nicht ungeklärt in Ihr HR-System. Es handelt sich um Beschäftigtendaten anderer Unternehmen. Wer welche Daten sehen darf — Sie, der Dienstleister, ein weiterer Lieferant im selben Projekt — ist eine Rollenfrage, die ein internes Personalsystem nicht beantwortet, weil es sie nie stellen musste.

Warum das Einkaufssystem ebenfalls nicht greift

Der zweite naheliegende Ort ist der Einkauf. Dort liegen Lieferantenauswahl, Verhandlung, Bestellung, Rechnung und Ausgabentransparenz — für Material und für abgegrenzte Werk- und Dienstleistungen trägt dieses Modell.

Bei überlassenem Personal bricht es an einem Punkt: Der Gegenstand ist keine Lieferung mit Termin und Menge, sondern der laufende Einsatz einer bestimmten Person. Daran hängen Stunden, Schichten, Zuschläge, Ausfälle, Wechsel, Nachbesetzungen und Fristen. Eine Bestellnummer trägt diesen Zusammenhang nicht. Der Einsatz wird deshalb zur Summe am Monatsende, während alles Steuerungsrelevante vorher woanders passiert ist — und wenn dann korrigiert wird, korrigieren Sie eine Rechnung statt einen Prozess.

Gut zu wissen

Dass die Lücke real ist, zeigt sich daran, wie die großen Suite-Anbieter selbst damit umgehen: Sie halten für externes Personal jeweils eigene Systeme vor, die zwischen HR und Einkauf stehen und in beide integriert werden müssen. Die Frage ist also nicht, ob die Lücke existiert. Die Frage ist, wie man sie schließt.

Warum die Lücke in Deutschland teurer ist als anderswo

Arbeitnehmerüberlassung ist hier kein Beschaffungsvorgang mit Compliance-Anhang, sondern ein reguliertes Verhältnis. Höchstüberlassungsdauer mit tariflichen Abweichungen und Unterbrechungslogik, Equal Pay mit Branchenzuschlägen, die Konkretisierung des Überlassungsvertrags vor Einsatzbeginn, Erlaubnis- und Nachweispflichten der Dienstleister. Diese Regeln laufen pro Person und pro Einsatztag mit, und sie ändern sich mit jeder Tarifrunde.

Ein international ausgelegtes System kann das über Konfiguration abbilden. Dann haben Sie die Regeln allerdings nicht im Produkt, sondern in Ihrem eigenen Customizing — und pflegen sie dauerhaft selbst.

Wie wir es lösen

Pactos ist für die Konstellation gebaut, in der externes Personal tatsächlich entsteht: Auftraggeber, Personaldienstleister und weitere angebundene Dienstleister arbeiten in einem System, jeder in seiner Rolle und mit eigenen Berechtigungen — statt über Mailketten zwischen drei Häusern hinweg.

Führendes Objekt ist bei uns der Einsatz, nicht der Personalstammsatz und nicht die Bestellung. Bedarf, Vergabe, Vertrag, Zeiten, Leistungsnachweis und Abrechnung hängen daran, und weil alle Beteiligten im selben System arbeiten, zählen die Fristen über alle Dienstleister hinweg richtig mit.

Was danach in Ihr HR- oder ERP-System gehört, geben wir dorthin weiter. Wir ersetzen diese Systeme nicht. Wir schließen die Lücke zwischen ihnen.

PR
Pactos Redaktion
Verwaltung & Einkauf

Das Pactos-Team schreibt über Fremdpersonal, AÜG-Compliance und Vendor Management, praxisnah für Einkauf, HR und Finance.

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